{"id":162,"date":"2016-10-17T09:48:45","date_gmt":"2016-10-17T07:48:45","guid":{"rendered":"http:\/\/manna.rtwblog.de\/?p=162"},"modified":"2016-10-17T09:49:48","modified_gmt":"2016-10-17T07:49:48","slug":"kapitel-7-omas-weg-ins-nirwana-und-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/manna.rtwblog.de\/?p=162","title":{"rendered":"Kapitel 7 Omas Weg ins Nirwana und mehr"},"content":{"rendered":"<p><strong><u>Endlich Internet<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Nach zwei Wochen vergebener M&#252;h ist es endlich da mein Privates ganz eigenes Internet, telefonieren ohne hunderte von \u201eh&#228;&#228;s\u201c und \u201ewie bitte\u201c. Wundervoll, mir war vorher selbst gar nicht klar wie sehr man sich &#252;ber so etwas freuen kann. An sich braucht die Firma drei Tage um die Lieferung umzusetzen, richtig ja wenn man denn Nepali sprechen w&#252;rde. Obwohl auf der Serviceseite \u00a0ganz klar versichert wird das es auch f&#252;r Englisch sprachige Personen gar kein Problem sei eine Bestellung aufzugeben. Jedoch nach dem dritten Anruf, in dem jeweils f&#252;nf Mal wieder von vorne auf nepali begonnen wird obwohl man seines Erachtens deutlich klar gemacht hat das man nur englisch verstehe (wie gesagt seines Erachtens), sollte man dann doch wenn m&#246;glich einen Nepali sprechenden Menschen hinzuziehen. Als wiedergut machung kamen meine Internet Menschen dann sogar am Samstag, da es auch schwer verst&#228;ndlich zu machen war das manch einer in der Woche arbeitet und nicht vierundzwanzig stunden &#252;ber zuhause verweilt.<\/p>\n<p>In meinem Deutschen denken hatte ich nat&#252;rlich nicht ber&#252;cksichtigt das hier Internet\/Router anschlie&#223;en nicht einfach in die Dose schrauben und fertig bedeutet, sondern wir m&#252;ssen erstmal ein drei&#223;ig Meter Landes Kabel vom anderen Ende der Stra&#223;e bzw. dem einzigen funktionierenden Stromma&#223;t bis zum anderen Ende der Stra&#223;e hoch in meine Wohnung im sechsten Stock spannen. Um dann die nat&#252;rlich ganz hinten liegende einzige verbundene Steckdose zum Backup (gegebenen falls man m&#246;chte auch Internet wenn acht Stunden am Tag kein Strom da ist) zu erreichen. Dementsprechend gab es zwischendurch dann auch ein heiteres Pfannkuchen essen mit Kaffee und Tee. Ich glaube ich besitze jetzt die einzige Nummer unter der ich dann auch den netten englischsprechenden Kollegen im Notfall erreichen kann, falls ich ausversehen mal das Fenster schlie&#223;en sollte durch das mein Internetkabel l&#228;uft.<\/p>\n<p>Alles in allem bin ich hoch vergn&#252;gt &#252;ber mein Highspeed privat Internet und ich gedenke fast zu sagen das es das Beste ist was in ganz ktm zu kriegen ist \ud83d\ude09<\/p>\n<p><strong><u>Omas weg ins Nirwana<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen ist meine Nepalesische Oma unerwartet gestorben und das auch noch &#252;ber den Geburtstag von meinem kleinen Bruder, sowie &#252;ber das gr&#246;&#223;te und wichtigste Festival \u00a0Dasain. Noch den Tag zuvor ist mein Bruder 21 geworden. Sprich er darf jetzt endlich auch Motorrad fahren. Jedoch war mein Oma da schon f&#252;r 4 Tage im Krankenhaus und es musste rund um die Uhr jemand bei ihr sein. In Nepal k&#252;mmert sich selbst wenn man im Krankenhaus ist die die Familie um einen. Meine Anti und mein Unkle wohnten dort quasi &#252;ber die Zeit die sie dort war. Selbst das essen wird zuhause zubereitet und dann ins Krankenhaus gebracht. Dementsprechend hatte mein kleiner Bruder jeden Tag Nachtwache, selbst an seinem Geburtstag gab es nicht die M&#246;glichkeit ihm eine kleine Auszeit zu g&#246;nnen.<\/p>\n<p>Wenn jemand stirbt, gibst es hier unglaublich viele Rituale und Regeln zu beachten, die Leiche wird wenn irgendwie m&#246;glich noch am selben Tag am Flussufer vor einem Tempel verbrannt. Ihr folgt eine gro&#223;e Prozession von Menschen ganz in wei&#223; geh&#252;llt, diese ist hier die Farbe der Trauer.<\/p>\n<p>Je nach Kaste und Volksgruppe werden dann mindestens 13 Tage Trauer und Ritualzeit einger&#228;umt, jeden Tag gibt es ein ganz bestimmtes Prozedere das dazu dient der Toten den Weg ins Nirwana so leicht wie m&#246;glich zu machen. Die Familie ist somit daf&#252;r verantwortlich ob, wie schnell und in welcher Verfassung die tote dieses erreicht.<\/p>\n<p>Das schlie&#223;t ein das die Familie 13 Tage lang nur sehr eingeschr&#228;nkt und auf keinen Fall ausw&#228;rts essen darf. Der Hinterbliebene Sohn darf das Haus in dieser Zeit gar nicht verlassen, und allesamt m&#252;ssen sie auf Dinge wie Salz, Pfeffer, Knoblauch, Fleisch und weiteres verzichten. Auch darf er niemanden Anfassen sowie auf gar keinen Fall ber&#252;hrt werden. Am siebten Tag m&#252;ssen sich die M&#228;nnlichen Mitglieder der Familie den Kopf scheren, bis auf ein winziges Haarfitzelchen am Hinterkopf. Diese Stelle sollte niemals Kahl sein denn das Haar besch&#252;tz vor b&#246;sen Einfl&#252;ssen die genau hier eindringen k&#246;nnten. Mir war es seitdem nicht erlaubt das Haus zu betreten, besonders wenn man zu der Zeit seine Periode hat ist es strikt verboten auch nur in die N&#228;he von diesem zu kommen. Somit habe ich meine Familie jetzt &#252;ber zwei Wochen nicht gesehen bis auf meinen kleinen Bruder , der ab und zu dann doch einmal zwischendurch an die frische Luft durfte. Nun ist es allen Familienangeh&#246;rigen f&#252;r ein Jahr lang untersagt an Festen und traditionellen Feiertagen teil zunehmen. Mein Gastvater wird zudem ein ganzes Jahr lang wei&#223; tragen sowie mindestens einmal die Woche ein spezielles Ritual durchf&#252;hren jeweils zu einer bestimmten Mondkonstelation.<\/p>\n<p><strong><u>Ausflug in den Jurassic Park<\/u><\/strong><\/p>\n<p>Wie im Film zieht sich der Weg durch den Dschungel ohne guten Jeep mit 4rad antrieb w&#228;re es &#252;berhaupt unm&#246;glich diese Strecke in dieser Gegend hinauf in die Berge zu bew&#228;ltigen. Die Wege hier sind gef&#228;hrlich und man sollte nicht unbedingt dar&#252;ber nachdenken wie weit oder tief es wenige Zentimeter neben einem hinunter in die Tiefe geht, geschweige denn was rechts im Geb&#252;sch auf einen lauert. Man hat das Gef&#252;hl in einer v&#246;lligen anderen Welt gelandet zu sein und das jederzeit ein Dinosaurier die Fahrbahn kreuzen k&#246;nnte. Nachdem wir die H&#228;lfte der Strecke\u00a0 durch tiefen Schlamm und matsch sowie br&#252;chiges Gestein bew&#228;ltigt haben, passieren wir ein bereits zu beiden Seiten aus den Angeln gefallenes gro&#223;es Tor mit dem K&#246;nigswappen darauf. Der tiefh&#228;ngende Nebel l&#228;sst einen jetzt wirklich glauben man w&#228;re in einem Horrorfilm gelandet. Jedoch oben angekommen nimmt die Szenerie einem den Atem, Sternenklarer Himmel, frische k&#252;hle Bergluft und die Natur sind einfach unbeschreiblich. Seit dieser Nacht verstehe ich endlich wie man so fasziniert von Sternen sein kann, ich habe fasst das Gef&#252;hl der gro&#223;e B&#228;r w&#252;rde direkt und in drei D auf mich herunterschauen. Am fr&#252;hen Morgen taucht die Sonne die Szenerie in ein unglaubliches rotoranges licht, man steht halb in den Wolken, halb im Morgengrauen ein faszinierendes Erlebnis. Dies alles habe ich meinen Vermietern zu verdanken, sie haben mich eingeladen mit auf eine Privatparty von ca. 30 Leuten in die Berge mitzufahren. Hier wurde mir das Kastensystem das hier doch noch ziemlich viel Z&#228;hlt erst richtige bewusst. Mein Vermieter ist ein \u201eMalla\u201c sprich ein zugeh&#246;riger der K&#246;nigskaste, auch der Rest der Gesellschaft hat einen hohen Stand. Zum ersten Mal in meinem Leben wird mir wirklich klar was Korruption und der Satz alles ist k&#228;uflich im echten Leben bedeutet. Jeder ist sich dessen bewusst, doch etwas zu wissen oder wirklich zu erleben sind dann doch zwei Paar Schuhe. Das ganze fand in der Sommer jagt Residenz der K&#246;nigsfamilie von Nepal statt, diese liegt in einem abgesperrten Naturschutzgebiet, das wiederum von Milit&#228;rischem Grund umgeben ist. \u00a0M. erz&#228;hlte mir das bei fr&#252;heren Partys das Milit&#228;r sein Zelt direkt neben der Musikanlage aufbaute, sozusagen als Privatschutz f&#252;r die Feierw&#252;tigen G&#228;ste. Daf&#252;r muss man hier nicht einmal Reich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich Internet Nach zwei Wochen vergebener M&#252;h ist es endlich da mein Privates ganz eigenes Internet, telefonieren ohne hunderte von \u201eh&#228;&#228;s\u201c und \u201ewie bitte\u201c. 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